1. Grunddefinition und Anwendungsbereiche

Unser Programm befasst sich fast ausschliesslich mit Federkontakten. Diese Gruppe von elektrischen Verbindungselementen unterscheidet sich wesentlich von anderen, in der Elektrotechnik und Elektronik sonst üblich verwendeten Verbindungsteilen und bildet somit einen eigenen Bereich innerhalb der Verbindungstechnik.
Die wohl am meisten verbreiteten Kupplungselemente sind die Steckverbinder in fast zahllosen unterschiedlichen Bauformen. Diese gibt es als direkte und indirekte Steckverbindungen, mit und ohne mechanische Verriegelung und so weiter, und so weiter.

In der Verbindungstechnik unterscheidet man darüber hinaus zwischen lösbaren, bedingt lösbaren und unlösbaren Verbindungen. Für jedes Gebiet gibt es zugeschnittene Lösungen, und so hat auch der Bereich der gefederten Kontaktverbindungen seinen ganz eigenen Anwendungsbereich in dieser fast grenzenlos wirkenden Welt.
Das augenfälligste Hauptmerkmal des Federkontakts – man könnte ihn auch Druckkontakt nennen – ist wohl die Tatsache, dass hier nicht – wie bei Steckern sonst üblich – ein Teil in ein anderes eingesteckt oder eingeführt werden muss, sondern die Verbindung durch einfaches Aufsetzen und Andrücken eines federnden Elements auf ein starres, ungefedertes Gegenstück erfolgt.

Wie alles im Leben hat dies seine Vor- und Nachteile, die hier kurz aufgezeigt werden sollen:

Von Vorteil ist diese Bauform beispielsweise dort, wo eine Verbindung nur kurzfristig hergestellt werden soll und diese dann wieder ganz leicht und ohne Kraftaufwand zu trennen ist. Die typische Anwendung Nummer 1 ist hier die Prüftechnik … die zu prüfende Baugruppe oder der Baustein wird kurzfristig zum Zweck des Anschlusses an externe Testgeräte mit Federkontakten kontaktiert und nach Abschluss des Tests einfach wieder „losgelassen“.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel, wo der Federkontakt mit Vorteilen glänzen kann, ist gut am Kabelanschluss der Laptop-Computer eines namhaften Herstellers zu sehen: hier werden die Kontakte nicht gesteckt, sondern per magnetischer Haltekraft angedockt. Die Federkontakte im „Stecker“ (der ja eigentlich keiner ist) treffen auf flache Goldpads am Gerät … der Akku wird geladen. Zieht jemand am Verbindungskabel oder stolpert beispielsweise darüber, löst sich diese Verbindung bevor weiterer Schaden entstehen kann.Dockingstationen sind ohnehin ein bevorzugtes Anwendungsfeld für diese smarten Produkte. Wenn es darum geht, den Kontakt zu schliessen ohne dabei genau „zielen“ zu müssen, ist diese Lösung einfach jeder anderen Verbindungstechnik überlegen. Ob es also um Ladestrom für Akkus geht oder um Signalübertragung - die Dockingstation mit Federkontakten bestückt lässt sich schnell und unkompliziert aufbauen und erfüllt ihre Aufgabe zuverlässig über lange Zeit.

Doch es gibt natürlich auch Nachteile gegenüber dem klassischen Steckverbinder, die wir nicht verschweigen wollen.Wo es um Verbindungen geht, die eher auf andauernde und ununterbrochene Anschlussdauer ausgelegt sind, ist der Steckverbinder wohl einfacher, zuverlässiger und billiger in der Herstellung. Wegen seiner normalerweise aus massiver Cu-Legierung hergestellten Komponenten verträgt er in der Regel auch höhere Strombelastungen. Aber: in vielen Fällen liegen beide Lösungen gleichauf, und wir sehen es auch ein wenig mit schmunzelnder Genugtuung, dass die Hersteller von Steckverbindern ihre eigenen Produkte mit Federkontakten auf ihre Funktion hin testen. Also erneut ein Pluspunkt für unseren kleinen Universalpin…